Das Leben mit Hoffnung leben
Mechthild Eßmann – Gemeindereferentin im Pastoralverbund Menden
Christ-Sein heißt für mich: Ich muss nicht mit der Bibel unter dem Arm durch die Straßen und in die Häuser gehen, doch als Christ muss ich mit und aus der Bibel leben. Das Wort Gottes, seine Botschaft von Liebe, Hoffnung, Vertrauen und Leben muss mein Leben, meinen Alltag prägen. Dass bedeutet für mich, dass ich den Menschen um mich herum aus diesem Geist heraus zu begegnen versuche. Das bedeutet auch, dass ich mich immer wieder mit der Botschaft unseres Glaubens auseinandersetzen muss.
Christ-Sein heißt für mich: Ich glaube daran, dass Jesus Christus alle Wege unseres Lebens mit uns geht. Er ist bei uns, bei allem Schönen und Hellen, was wir erleben, aber auch bei allem Dunkeln, bei allen Ängsten und Zweifeln, bei allem Leid. Aus diesem Glauben heraus versuche ich, mein Leben gelassener und mit Hoffnung zu leben. Menschen, denen ich in meinen Arbeitsfeldern begegne, möchte ich eine Ahnung von diesem Mitgehen Gottes in meinem Leben vermitteln.
Christ-Sein heißt für mich: Ich bin immer wieder neu herausgefordert, mein Denken und Handeln in Frage zu stellen. Wenn ich mich abends im Spiegel anschaue, muss ich mir selber in die Augen blicken können. Ich frage mich: habe ich aus Liebe gehandelt? Wo muss ich mich ändern? Wo habe ich mich falsch verhalten? Als Christ darf ich alles, auch meine Fehler und mein Unvermögen, Gott anvertrauen und loslassen.
Christ-Sein heißt für mich: Ich darf nicht gleichgültig sein gegenüber Unrecht und Leid. Ich bin aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, Stellung zu beziehen, ein Ohr und den Blick zu haben für Menschen in Not. Ich bin aufgefordert, Worte der Hoffnung und der Versöhnung zu sagen und Taten der Liebe folgen zu lassen. Ich möchte den Menschen „die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes erfahrbar werden lassen“.
Christ bin ich nicht alleine. Die Gemeinschaft mit anderen Christen ist fundamental. Diese Gemeinschaft gilt es zu pflegen und zu vertiefen. Als Christen in der heutigen Welt haben wir den Auftrag, Orte und Gelegenheiten zu suchen und zu finden, wo der Glaube gelebt und erfahren werden kann. Wir müssen offen und kreativ sein, eine neue Sprache und neue Ausdrucksformen unseres Glaubens finden.