Die Helligkeit des Himmels auf der Erde verbreiten
Rüdiger Eßmann – Ständiger Diakon im Pastoralverbund Menden
In Gesprächen vor der Taufe eines Kindes bespreche ich mit den Eltern die einzelnen Riten einer Taufe. Ein besonderer Ritus ist für mich neben der eigentlichen Taufe das Anzünden der Taufkerze. Wir erinnern uns dann an die Geburt des Kindes.
Wir wissen alles, was bei einer Geburt biologisch vor sich geht, aber wir spüren, da ist noch viel mehr: Man ist ergriffen von dem Augenblick der Geburt eines Menschen, die Emotionen spielen verrückt. Man könnte sagen, mit der Geburt eines Menschen tut sich der Himmel auf und etwas von dem Licht des Himmels kommt auf die Erde. Indem wir die Taufkerze anzünden, wird etwas von diesem Licht auf der Erde widerscheinen. Wir sind als getaufte Christen aufgefordert, dieses Licht in die Welt zu tragen, damit es da hell werde, wo Dunkelheit herrscht.
Das bedeutet für mich Christsein, etwas von der Helligkeit des Himmels auf der Erde verbreiten. Wie das geht steht in der sogenannten Bergpredigt (Mt 5-7): Gott und den Nächsten lieben, barmherzig sein, Frieden stiften, Arme bekleiden und beköstigen, Trauernde trösten, Einsame und Gefangene besuchen, Fremde beherbergen.
Für diese Aufgaben hat Gott uns in der Taufe seine Begleitung zugesagt und in der Firmung durch den Heiligen Geist bestärkt.