Gott und den Nächsten lieben
Bischof Heinrich Bedford-Strohm – Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Christlich sein heißt das Doppelgebot der Liebe ernst nehmen, das Jesus uns mit auf den Weg gegeben hat: Gott und den Nächsten lieben. Beides kann nie auseinandergerissen werden. Nächstenliebe ohne Gottesbeziehung würde uns abschneiden von den Kraftquellen, aus denen wir leben. Gottesdienst ohne Nächstenliebe wäre bloßer Kult. Radikale Liebe zu Christus heißt radikale Liebe zur Welt.
Es heißt öffentliche Einmischung da, wo die Schwachen ignoriert oder mit Füßen getreten werden. Wer fromm ist, muss auch politisch sein. Christlich sein heute, das bedeutet, aus der Zuversicht zu leben. Fest darauf zu vertrauen, dass Gewalt und Unrecht nicht das letzte Wort haben.
(Quelle: DIE ZEIT Nr. 45/2016, 27. Oktober 2016)